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Benzin, Diesel oder E-Auto: umsteigen lohnt sich

Lohnt es sich von Benzin- oder Diesel-PKW auf Elektroautos umzusteigen? Eine Frage, die polarisiert und die Gesellschaft in zwei Lager spaltet. Ein Kostenvergleich der Klarheit bringt.

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Laut einer aktuellen Erhebung des weltweit Service-Anbieters LeasePlan geben Besitzer eines Benzin- oder Diesel-PKW in Österreich rund 560 Euro pro Monat für ihr Auto aus. Schaut man sich den Durchschnitt europaweit an, beträgt dieser knapp über 600 Euro pro Monat.

Die Erhebung findet jährlich statt und basiert auf den vorliegenden Fuhrparkdaten. Dabei werden die Kosten für die Anschaffung, der monatliche Wertverlust der Fahrzeuge, Reparaturkosten, Instandhaltungskosten, Versicherungen, Steuern sowie Spritkosten berücksichtigt.

Kosten Verbrenner

Quelle: LeasePlan "Car Cost Index 2019"

Wie in der Grafik sichtbar, ist es in den nördlichen Ländern Europas wie Norwegen, den Niederlanden und Dänemark am kostenintensivsten einen PKW zu fahren. Mit 440 Euro pro Monat ist Griechenland das Schlusslicht der Erhebung und somit am kostengünstigsten, um ein Diesel- oder Benzinauto zu fahren.

Ist das Elektroauto günstiger als Diesel oder Benziner?

Norwegen und die Niederlande zeigen es bereits vor: Elektroautos gelten in diesen Ländern bereits als gleichwertige Alternative zu Diesel- und Benzin-Autos. In keinem anderen europäischen Land wird der Umstieg auf E-Autos jedoch so stark staatlich gefördert und subventioniert wie in Österreich.

Und diese Förderungen wurden nun ab 1. Juli 2020 weiter ausgebaut. Demnach waren es bisher 3.000 Euro, die man für den Kauf eines Elektroautos bekam. Nach Angaben des Österreichischen Umweltministeriums wurde diese Summe nun auf 5.000 Euro erhöht.

Förderungen E-Mobilität

Durch diese Förderungen können E-Autos in Österreich mit Diesel- und Benzin-PKW ohne Probleme mithalten. Sieht man sich die Aufstellung der monatlichen Kosten für E-Autos in Österreich an, könnte man einen gegenteiligen Eindruck bekommen. Berücksichtigt man bei den monatlichen Kosten von 854 Euro jedoch die staatlichen Förderungen, wird deutlich: Österreich ist eines der E-Auto-freundlichsten Länder in Europa.

Kosten E-Auto Ländervergleich

Quelle: LeasePlan "Car Cost Index 2019"

Neben der staatlichen Förderung von 5.000 Euro pro Elektrofahrzeug sind E-Autos in Österreich außerdem vorsteuerabzugsberechtigt sowie NoVA- und Sachbezugsbefreit.

Elektroauto: die Kosten im Detail

Was steckt nun hinter den Kosten eines (Elektro-)Autos? Beginnen wir am Anfang und damit bei der Anschaffung des PKWs. Der Kaufpreis eines Elektroautos ist im Vergleich zu Diesel- und Benzin-Autos deutlich höher. Grund dafür sind jedoch nicht nur die wertvollen Akkus, auch die Ausstattung der meisten E-Autos ist sehr gut. Im Magazin auto touring des ÖAMTC (Österreichische Automobil-, Motorrad- und Touring Club) wurde der e-Golf mit seinen Benzin- und Dieselkollegen verglichen. Dabei wurden die Kosten für fünf Jahre Haltedauer sowie 13.000 km/Jahr berechnet:

  Golf Benzin, 85 kW  Golf Diesel, 85 kW e-Golf, 100 kW
Preis € 30.623,- € 34.154,- € 39.990,-
Förderung - - € 5.000,-
Kaufpreis € 30.623,- € 34.154,- € 34.990,-
monatliche Kosten (gerundet)
Wertverlust € 327,- € 361.- € 397,-
Versicherung € 76,- € 76,- € 76,-
KFZ-Steuer € 38,- € 38,- -
Wartung € 64,- € 63,- € 50,-
Sonstiges
(Vignette, ...)
€ 30,- € 30,- € 30,-
Kraftstoff/Strom € 61,- € 51,- € 29,-
Summe € 596,- € 619,- € 582,-

Wartung setzt sich zusammen aus Service, Reparaturen und Reifenkosten; Kaufpreis inklusive zusätzlicher Ausstattung, die beim e-Golf serienmäßig ist; Stromkosten mit 20 Cent je kWh berechnet; Quelle: Auto Touring

Als größter Kostenfaktor bei Elektroautos gilt der Akku. Akkus, die in Elektroautos zum Einsatz kommen, müssen hohen Anforderungen standhalten. Bis etwa 2.000 Ladezyklen nimmt die Kapazität eines neuen Akkus – und damit die Reichweite des Elektroautos – nur moderat linear ab. Erst danach sinkt die Batteriekapazität deutlich schneller.

Rechnet man mit einer realen Reichweite eines Elektroautos von 300 Kilometern, dann kann man bei 2.000 Vollladungen mit der Batterie 600.000 Kilometer fahren. Die Batterie wird also in der Regel wesentlich länger als das Auto halten. (Mehr zur Lebensdauer und Reichweite der Batterien in Elektroautos erhalten Sie unter: "Elektroauto: Wie lange hält die Batterie?".)

Dazu kommt, dass die meisten Hersteller sehr umfangreiche Garantien von acht Jahren oder 160.000 km auf die Akkus geben. Nimmt die Kapazität des Akkus vor dieser Zeit oder Strecke sehr ab (z.B. unter 70 Prozent) zahlt der Hersteller die Kosten des Akkutausches. Sollte es dennoch passieren, dass der Akku nach der Garantiezeit ausgetauscht werden muss, sprechen die Preisentwicklungen der letzten Jahre für Elektroautos.

Wie aus einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey & Company hervorgeht, sind die Preise für Akkus zwischen 2010 und 2016 um 80 Prozent gefallen. Geht man davon aus, dass in naher Zukunft bereits einzelne Zellen getauscht werden können, bewegt sich die Preisentwicklung hinsichtlich der Akkus weiter nach unten.

Fazit

Sinkende Anschaffungspreise, steigende Förderungen sowie eine verbesserte Batterietechnik und damit verbundene positive Preisentwicklung führen dazu, dass Elektroautos auch in Zukunft immer kostengünstiger werden.

Förderguide E-Mobilität

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