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Sind Diesel- und Benzinmotoren bald verboten?

In den letzten Jahren kündigten immer mehr europäische Länder ein zukünftiges Verbot für den Verkauf von neuen Diesel- und Benzin-PKW an. Wie sieht es bei uns in Österreich aus?

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2019 sind die CO2-Emissionen in Österreich bereits zum fünften Mal in Folge gestiegen. Damit ist Österreich ein klarer Nachzügler in Sachen Klima, denn einige europäische Länder haben bereits ein Verbot von Verbrennungsmotoren geplant:

Land Zeitpunkt geplante Verbote
Finnland bis 2035 neue Diesel- und Benzin-PKW
Frankreich 2040 neue Diesel- und Benzin-PKW
Irland 2030 neue Diesel- und Benzin-PKW
Lettland 2040 neue Diesel- und Benzin-PKW
Schweden 2030 neue Diesel- und Benzin-PKW
Slowenien 2030 Neuwagen über 50g CO2/km
Spanien 2040 neue Fahrzeuge mit Kohlenstoffdioxidausstoß
Vereinigtes Königreich 2040 neue Diesel- und Benzin-PKW, Hybrid-Fahrzeuge sind ausgenommen

Auch Dänemark, Norwegen, Niederlande und Island kündigen schon lange das Aus für Diesel- und Benzinmotoren für Neuwagen an. Weltweit sind es mittlerweile mehr als 14 Länder, die ab 2030 bis 2040 keine neuen PKW mit Verbrennungsmotoren zulassen wollen und mehr als 200 Städte ergriffen bereits Maßnahmen, um den Verkehr mit Verbrennungsmotoren zu reduzieren. In Österreich ist ein zukünftiges Verbot von Diesel- und Benzinmotoren noch kein Thema.

Eine Online-Karte von Greenpeace zeigt, welche Länder und Städte bereits Maßnahmen gegen den fossilen Autoverkehr gesetzt haben. Bei den Maßnahmen der einzelnen Staaten handelt es sich meist um einen Zeitpunkt, an dem keine Benzin- und Dieselautos mehr neu zugelassen werden. Alle markierten Städte haben meist Umweltzonen oder autofreie Zonen umgesetzt. Mit der Mariahilfer Straße hat es zumindest Wien auf die Karte von Greenpeace geschafft:

Quelle: Greenpeace

PKW-Neuzulassungen in Österreich

Als Beitrag der EU zum Pariser Klimaabkommen hat man sich innerhalb der EU auf bestimmte Ziele geeinigt. Dazu gehört auch die EU-weite Reduktion der Treibhausgas-Emissionen von mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 bis 2030. Was bedeutet das für den motorisierten Verkehr?

Laut dem VCÖ (Verkehrsclub Österreich) muss der Verkehr ab dem Jahr 2050 gänzlich von Erdöl unabhängig sein. Schaut man sich die Jahresstatistik 2019 zu PKW-Neuzulassungen in Österreich der Statistik Austria an, wird klar: Österreich hat in Sachen E-Mobilität noch Aufholbedarf.

Insgesamt lagen die PKW-Neuzulassungen im Jahr 2019 bei 329.363, das sind 3,4 % weniger als im Vorjahr. Die Neuzulassungen von Benzin-PKW ging um 4,0 % zurück, Diesel-PKW sogar um 9,8 %. Der Anteil an Neuzulassungen alternativ betriebener PKW (Elektro, Erdgas, Hybrid und Wasserstoff) war mit 8,0 % noch sehr gering, der relative Zuwachs betrug allerdings 56,8 %.

Den größten Anteil der alternativ betriebenen PKW machen Hybrid-Fahrzeuge aus. Rein elektrobetriebene Fahrzeuge verzeichnen bei allen Neuzulassungen ein Plus von 0,8 % im Gegensatz zu 2018 (Quelle: Statistik Austria).

Bestand von E-Autos in Österreich

Förderungen für E-Autos steigen

Obwohl die Neuzulassungen elektrisch betriebener PKW im Vergleich zum Jahr 2018 gestiegen sind, hat Österreich verglichen mit anderen europäischen Ländern ein eher schwaches Wachstum. Ein Blick auf die Förderung zeigt jedoch: In keinem anderen europäischen Land wird der Umstieg auf E-Autos so stark vom Staat gefördert und subventioniert wie in Österreich. Waren es bis vor kurzem 3.000 Euro Förderung beim Kauf eines Elektroautos, so bekommt man nun 5.000 Euro.

Neben den E-Autos selbst werden auch private E-Ladeboxen stärker gefördert. In Kombination mit der E-PKW-Förderung gibt es pro Ladebox oder intelligentem Ladekabel 600 Euro Förderung. Für Ladeboxen in Mehrparteienhäusern sind es 1.800 Euro Förderung (Quelle: Bundesministerium).

E-Mobilitäts-Förderungen in Österreich

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CO2-Bilanz von Elektroautos schlägt Diesel und Benzin

Laut einer Studie des Umweltbundesamtes können Elektroautos einen maßgeblichen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen leisten. Elektroautos emittieren kein CO2, zumindest nicht direkt. Sieht man sich den kompletten Lebenszyklus eines Elektroautos an und vergleicht diesen mit Diesel- und Benzinautos, ist die CO2-Bilanz von Elektroautos um ein Vielfaches besser. Natürlich hängt diese Bilanz aber auch stark mit der Herkunft des Stroms zusammen, denn dieser muss aus erneuerbaren Energien gewonnen werden.

Laut dem VCÖ (Verkehrsclub Österreich) verursachen Elektroautos – die Produktion und die Stromerzeugung inbegriffen – mit österreichischem Strom-Mix rund 94 Gramm CO2 pro Kilometer. Werden die Elektroautos hingegen mit Ökostrom, also Strom aus erneuerbaren Energien betrieben, schrumpft die CO2-Emission der Elektroautos auf 52 Gramm pro Kilometer.

Die CO2-Werte von Verbrennungsmotoren – wie Diesel und Benzin – sind mit durchschnittlich 218 Gramm CO2 hingegen zweieinhalb bis vier Mal so hoch (Quelle: VCÖ). Mehr Infos über die CO2-Bilanz von Elektroautos im Vergleich zu Verbrennungsmotoren erhalten Sie unter: "Diesel, Benzin oder Elektroauto: eine Öko-Bilanz".

Dieses Beispiel zeigt einmal mehr auf, warum Ökostrom für unsere Zukunft und den Klimaschutz essentiell ist. Sie möchten mehr über Strom aus erneuerbaren Energien erfahren? Wir informieren und beraten Sie gerne. Denn unser Strom kommt zu 100 % aus erneuerbaren Energien.

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Verkehr ist ein Hauptverursacher des Klimawandels

Warum sind die oben erwähnten CO2-Werte der PKW so wichtig? Mobilität ist ein sehr hohes Gut für die Menschheit. Egal ob Auto, Flugzeug oder Schiff, all das ermöglicht es, lange Strecken in einer möglichst kurzen Zeit zurückzulegen. Ein Komfort, der für viele mittlerweile sowohl im Alltag als auch in der Freizeit selbstverständlich ist.

Bewusst wird dieser Komfort erst, wenn auf ihn verzichtet werden muss. Doch dieser Komfort hat enorme Auswirkungen auf unser Klima: Der Verkehr ist eine bedeutende Ursache für Umweltbelastungen und trägt zum Klimawandel, zur Luftverschmutzung und Lärmbelästigung bei. Diesel- und Benzinmotoren benötigen Öl, aus dem der Kraftstoff für den Betrieb gewonnen wird. Genau aus diesem Grund ist der Verkehr für einen Hauptteil der in der EU emittierten Treibhausgase verantwortlich und zudem ein Hauptverursacher des Klimawandels.

Luftschadstoffe wie Feinstaub und Stickoxide entstehen unter anderem als unerwünschte Nebenprodukte bei der Verbrennung von Treibstoffen, wie das bei Benzin- und Diesel-Autos der Fall ist. Diese Luftschadstoffe sind nicht nur für den Menschen gesundheitsschädigend, auch die Umwelt wird dadurch stark in Mitleidenschaft gezogen.

CO2-arme Verkehrsarten, emissionsfreie Mobilitätslösungen und erneuerbare Energiequellen müssen daher in Zukunft eine Hauptrolle einnehmen. Denn so wichtig der Komfort der Mobilität ist, eine saubere Luft zum Atmen ist für die Lebensqualität jedes Einzelnen essentieller.

Förderguide E-Mobilität

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