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Ölheizung raus: Ist eine Wärmepumpe die richtige Alternative?

Hohe Betriebskosten, hohe CO2-Emissionen: Heizungen auf Basis fossiler Brennstoffe haben ihre goldenen Zeiten hinter sich und sind ein Auslaufmodell. Trotzdem heizen noch rund 610.000 Haushalte in Österreich mit Öl. Was kostet die Umrüstung auf eine Wärmepumpe und worauf ist dabei zu achten?

Wärmepumpe mit Photovoltaik kombinieren und Heizkosten sparen

Wenige werden wohl bestreiten, dass die Ölheizung von den gängigen Heizungsarten eine der unsaubersten ist. Mit Ausnahme von Braunkohle produziert kein anderer Energieträger mehr CO2 pro Kilowattstunde. Laut österreichischer Energieagentur kommt eine Ölheizung in einem sanierten Gebäude auf etwa 4.600 Kilogramm CO2-Emissionen pro Jahr (Durchschnittswert) – ein Zehnfaches des CO2-Ausstoßes von Brennholz oder Pellets, und ein hundertfacher CO2 Ausstoß verglichen mit einer Wärmepumpe.

Zu den ökologischen Nachteilen kommt noch das ökonomische Manko hinzu: Die Ölheizung hat – ebenfalls nach Angaben der Österreichischen Energieagentur – die höchsten Vollkosten pro Jahr. In der Vergangenheit machte der Ölpreis außerdem immer wieder unerwartete und teilweise große Sprünge. Laut der Studie "Wärmewende 2030" der TU Wien ist diese Preisunsicherheit beim Öl auch in Zukunft zu erwarten. Trotzdem gibt es in Österreichs Haushalten noch immer etwa 610.000 Ölheizungen.

Der Großteil der hierzulande betriebenen Ölkessel ist etwa 20 bis 25 Jahre alt. Es besteht also noch reichlich Potenzial für den Umstieg auf effiziente und nachhaltige Heizsysteme – etwa die Wärmepumpe.

Eckdaten zu Ölheizungen in Kärnten:

  • In Kärnten gibt es rund 50 Quadratkilometer beheizte Fläche. Gut 12 Quadratkilometer davon werden mit Öl beheizt.

  • In rund 60.000 Kärntner Haushalten kommt eine Ölheizung zum Einsatz (Wert von 2017/18).

  • In Kärnten heizt nahezu jeder vierte Haushalt (24,8 %) mit Öl. Österreichweit sind es lediglich 16 %.

  • Der durchschnittliche Jahresverbrauch liegt bei 1.328 Litern Heizöl (Wert aus dem Jahr 2014 für Kärnten).

Das Ölheizungsverbot in Österreich

Die fossile Wärmegewinnung ist in Österreich politisch angezählt. Seit dem Jahresbeginn 2020 dürfen in Neubauten keine Ölheizungen mehr eingebaut werden. Spätestens ab dem Jahr 2025 soll bei bestehenden Heizanlagen der Ausstieg erfolgen, beginnend mit Kesseln, die über 25 Jahre alt sind. Im Jahr 2035 sollen Ölheizungen gänzlich vom Wärmemarkt verschwunden sein.

Was bringt die Umstellung von Ölheizungen auf Heizungssysteme auf Basis erneuerbarer Energie ökologisch? Bis zum Jahr 2030 könnten gut zwei Millionen Tonnen CO2 gegenüber dem heutigen Stand eingespart werden, weitere 1,5 Millionen Tonnen bis circa 2045.

Laut den Ergebnissen aus dem Energie-Trendmonitor 2021, der von Stiebel Eltron in Auftrag gegeben wurde, sehen knapp 70 Prozent der Befragten das Verbot von Öl- und Kohleheizungen bis 2035 als ein wichtiges Ziel der Energiewende. 60 Prozent der Befragten geben allerdings an, nicht zu wissen, wie eine Umstellung auf klimafreundliches Heizen finanziell unterstützt wird.

Förderungen für den Ausstieg aus Öl

Um den Ausstieg bzw. Umstieg auf nachhaltige Heizsysteme zu erleichtern, stellt das Bundesministerium für Klimaschutz 650 Millionen Euro an Förderungen für die nächsten zwei Jahre zur Verfügung. 400 Millionen Euro davon sind für den Kesseltausch und die Förderung „raus aus Öl“ reserviert. Pro Haushalt sind dabei für den Tausch von Öl- und Gasheizungen 7.500 Euro vorgesehen. Zusätzlich werden noch 100 Millionen Euro für einkommensschwache Haushalte bereitgestellt – sie erhalten beim Wechsel auf eine erneuerbare Wärmequelle bis zu 100 Prozent der Kosten.

Um den Umstieg von fossilen Heizsystemen zu erleichtern, hat auch die Kelag eine Förderung ins Leben gerufen: Die Tarifförderung der Kelag bezieht sich auf den Betrieb von Wärmepumpen. Gefördert werden aber nicht nur Sanierungen, sondern auch der Einsatz von Wärmepumpen im Neubau. Zudem gibt es für alle Wärmepumpen-Besitzer den speziellen Stromtarif Wärmepumpe Plus, an den die Förderung gebunden ist und der von jedem Wärmepumpen-Besitzer bezogen werden kann.

Die genauen Infos und Förderbedingungen für die Wärmepumpen-Tarifförderung der Kelag finden Sie unter kelag.at/wp-foerderung oder unter "Neue Wärmepumpen-Förderung sorgt für weniger Heizkosten".

Kelag-Icon-Tipp
Tipp: Im Gegensatz zu den Bundes- und Landesförderungen entfällt bei der Wärmepumpen-Tarifförderung der Kelag die Entsorgung des alten Heizkessels.


Auch die Arbeiterkammer Kärnten unterstützt das Heizen mittels Wärmepumpe und hat dafür ein zinsfreies Darlehen ins Leben gerufen. Dieses ist für Häuslbauer und Sanierer gedacht, die in Zukunft mit einer Wärmepumpe heizen wollen. Die Arbeiterkammer Kärnten stellt dafür pro Haushalt maximal 12.000 Euro zur Verfügung, die innerhalb der nächsten fünf Jahre – das entspricht 200 Euro monatlich – zurückgezahlt werden müssen. Anspruch auf das zinsfreie Darlehen für Wärmepumpen haben Mitglieder der Arbeiterkammer.

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Wichtiger Hinweis: Das zinsfreie AK-Wärmepumpen Darlehen kann auch rückwirkend für Wärmepumpen, die im Jahr 2021 erworben wurden (Rechnungsdatum in 2021), beantragt werden.

Die Wärmepumpe als kostengünstige Alternative

Rein technisch betrachtet hat jemand, der beim Heizen weg von fossilen Brennstoffen will, mehrere Möglichkeiten: Holz, Wärmepumpe oder Fernwärme. Da die Heizung typischerweise gut 70 % des Energieverbrauchs (ohne Mobilität) eines Haushalts ausmacht, ist die Entscheidung für eine alternative Heizungsart auch eine Entscheidung für nachhaltige finanzielle Sicherheit.

Berechnet man die „Raus aus dem Öl“-Förderung mit ein, dann kommt bei einem thermisch sanierten Haus die Luft-/Wasser-Wärmepumpe im Vergleich zu anderen Heizsystemen auf die niedrigsten Energie- und Investitionskosten (inklusive Kosten für Wartung und Instandhaltung, Stand November 2019). Auch im Falle von Sanierungen ist vielfach die Wärmepumpe die kosteneffizienteste Heizung. (Mehr Infos finden Sie auch unter: "Haussanierung: Mit Wärmepumpe oder Pellets heizen?").

Es lohnt sich, bereits jetzt über die Umrüstung der Heizung von Öl auf die Wärmepumpe nachzudenken, da sie in den nächsten Jahren keine zusätzliche CO2-Steuer bezahlen müssen. Damit tun Sie nicht nur der Umwelt etwas Gutes, sondern können Ihre laufenden Energiekosten signifikant senken. Denn damit tun Sie nicht nur der Umwelt etwas Gutes, sondern können Ihre laufenden Energiekosten signifikant senken.

Nutzen Sie beispielsweise einen Stromtarif mit dem Umweltzeichen „Grüner Strom“, verursachen Sie dadurch nur ein Zehntel vom CO2-Ausstoß verglichen mit Pellets- oder Holzheizungen. Mit einer Ölheizung verglichen, verursachen Sie nur ein Hundertstel der CO2-Emissionen. Zusätzlich fördern Sie damit den Ausbau erneuerbarer Energie und können somit aktiv am Klimaschutz teilnehmen.

Was außerdem noch für eine Wärmepumpe spricht, können Sie im Artikel "Die passende Heizung: Ökologisch und ökonomisch betrachtet" nachlesen.

Umrüstung einer Ölheizung auf Wärmepumpe – daran müssen Sie denken

Aus technischer Perspektive lässt sich jedes Haus mit einer Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser ausrüsten. Eine Wärmepumpe ist ein Heizsystem, das den Großteil der Energie aus der Umgebung bezieht, nur etwa ein Viertel ist Strom. Experten bezeichnen die Wärmepumpe als „zentrales Element in der zukünftigen Energieinfrastruktur“.

Entscheidend ist jedoch, dass die Anlage für den Heizungsaustausch exakt geplant und auf den Heizwärmebedarf des Hauses angepasst ist. Denn die Wärmepumpe arbeitet effizienter, je geringer die Vorlauftemperaturen sind, die bereitgestellt werden müssen. Wärmepumpen eignen sich am besten bei gut isolierten Häusern mit Fußbodenheizung. Sind im Gebäude Radiatoren verbaut, können diese für einen effizienten Betrieb der Wärmepumpe durch Niedertemperaturheizkörper ausgetauscht werden. Dadurch können auch viele Altbauten mit Wärmepumpe beheizt werden.

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Tipp: Auch wenn herkömmliche Wärmepumpen für einen effizienten Betrieb sehr niedrige Vorlauftemperauren benötigen, so gilt das nicht für Hochtemperatur-Wärmepumpen, weshalb diese sehr gerne in Altbauten eingesetzt werden.


So richtig umweltfreundlich wird der Einsatz der Wärmepumpe vor allem, wenn die Eigentümer Ökostrom nutzen, um sie zu betreiben. Wer ohnehin eine eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, der kann die Stromkosten für den Betrieb der Wärmepumpe noch weiter senken (siehe auch: "Photovoltaik und Wärmepumpe: Heizen mit Sonnenstrom, geht das?").

Wie läuft die Umrüstung auf eine Wärmepumpe im Zuge der raus aus Öl-Förderung ab?

Bei der Umrüstung selbst muss zuerst das bestehende Öl aus dem Tank entfernt werden. Dieser wird gesäubert und wie auch der Ölkessel fachmännisch demontiert. Die alte Anlage wird vom Fachbetrieb umweltgerecht entsorgt.

Je nach Art der Wärmepumpe, die zukünftig in Ihrem Heim für behagliche Wärme sorgen soll, fallen beim Heizungstausch die Umbauarbeiten unterschiedlich aus. Die Installation einer Luft-Wärmepumpe ist relativ unkompliziert, hierfür sind kaum Vorarbeiten nötig. Etwas aufwändiger wird es bei einer Erd- oder Wasser-Wärmepumpe, da hier entweder tiefe Bohrungen oder großflächige Erdarbeiten notwendig sind. So gilt bei einem Modell mit Erdkollektoren folgende Faustformel: Kollektorenfläche ist gleich der doppelten zu beheizenden Wohnfläche.

Wenn es in Ihrem Wohngebiet ein ausreichend großes Grundwasservorkommen gibt, kann dieses für die Heizung mit einer Grundwasser Wärmepumpe eingesetzt werden. Durch die jährlich gleichbleibende Grundwasser-Temperatur, sind diese Wärmepumpen zur Zeit die effizienteste Art der Heizung mit einem COP von 1:6; das bedeutet, die Grundwasser Wärmepumpe produziert aus einer kWh Strom sechs kWh Wärme.

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Wie viel kostet die Umrüstung einer Ölheizung auf eine Wärmepumpe?

Zugegeben, ein Heizungswechsel ist nicht günstig, bei der Umrüstung von einem Einfamilienhaus bewegen sich die Investitionskosten zwischen 20.000 und 28.000 Euro, sofern ein hochwertiges Gerät eingebaut wird. Während die Installation von Luft-Wärmepumpen am günstigsten ist, fallen die Kosten bei Erd- und Wasser-Wärmepumpen höher aus. Dafür erreichen die Betreiber eine höhere Effizienz, wodurch die Betriebskosten geringer sind.

Die Experten der Kelag errechnen Ihnen gerne, wie Sie beim Umstieg von einer Ölheizung auf eine Wärmepumpe – und den damit verbundenen bestehenden Förderprogrammen – am meisten profitieren. Sie erreichen unsere Experten unter der Nummer 0463 525 5051 (Montag bis Freitag von 7:00 bis 18:00). 

Fazit

Ölheizungen brauchen viel Platz, kosten je nach Preisschwankung viel Geld und belasten die Umwelt enorm. In Neubauten dürfen sie nicht mehr eingesetzt werden, und auch für die bestehenden rund 610.000 Ölheizungen in Österreich gibt es bereits ein politisch festgelegtes Ablaufdatum. Der frühzeitige Umstieg auf eine Wärmepumpe ist nicht nur für die Umwelt ein Gewinn, sondern kann Ihre laufenden Energiekosten signifikant senken.

Ihre weiteren Vorteile, wenn die Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt wird:

  • Durch die Entfernung der Altanlage wird Stauraum in Ihrem Keller frei.
  • Sie machen sich unabhängig von den stark schwankenden Ölpreisen und können mit PV die Heizkosten weiter senken.
  • Wärmepumpen benötigen deutlich weniger Wartungsaufwand.
  • Sie können mit der Wärmepumpe nicht nur heizen, sondern auch kühlen.
  • Eine Wärmepumpe braucht keinen Kamin, jährlich wiederkehrende Überprüfungen entfallen somit auch.
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