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Sicherheit von Elektroautos: Benzin brennt besser

Hochvoltsystem, Bilder von brennenden Fahrzeugen – hat ein Elektroauto bei einem Unfall ein höheres Sicherheitsrisiko als ein herkömmlicher Pkw?

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In Elektroautos herrscht grundsätzlich Hochspannung. Die Antriebsakkus weisen eine Spannung im Bereich von 400 bis 600 Volt auf – mehr als die Stromkreise im Haushalt. Außerdem kursieren immer wieder Bilder von brennenden Elektroautos im Internet. Sind Elektroautos somit unsicherer als herkömmliche Pkw? Autofahrerclubs geben Entwarnung: E-Autos weisen keine höheren Sicherheitsrisiken auf als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Diese sind jedoch anders gelagert, im Mittelpunkt steht dabei immer die Batterie.

Höchstwerte bei Crashtests

Ob Benziner, Diesel, Wasserstoff oder eben Elektroantrieb: Die Sicherheitsstandards müssen alle Autos erfüllen. Crashtests zeigen, dass Elektroautos bei einem Unfall genauso sicher sind wie herkömmliche Modelle. So hat der ADAC mit einem Pkw-Modell sowohl mit Verbrennungsmotor als auch dessen Elektrovariante die Unfallszenarien des EuroNCAP-Tests durchgeführt (zu den Testergebnissen). Beide haben die Höchstwertung von 5 Sternen erreicht. Die Belastungswerte für die Insassen und die Deformationswerte der Fahrzeugstruktur waren weitgehend identisch.

Hochvoltsystem ist „eigensicher“

Die elektrischen Komponenten eines Elektroautos müssen „eigensicher“ ausgelegt sein. Das heißt, tritt im System ein Defekt auf, wird der Stromfluss zur Batterie unterbunden. Wenn der Airbag bei einem Unfall ausgelöst wird, schaltet sich das Hochvoltsystem automatisch ab. Alle Leitungen und Stromverbraucher sind somit spannungsfrei.

Airbag

Bei einem Unfall schaltet sich das Hochvoltsystem des Elektroautos automatisch ab.

Wie hoch ist die Brandgefahr?

Fahrzeugbrände von Elektroautos stehen stärker im medialen Fokus. Der kritische Punkt bei einem Unfall ist die Verformung der Batterie. Im schlimmsten Fall kann es durch die Deformation der Batteriezelle zu einem Kurzschluss kommen. Es besteht die Gefahr eines „Thermal Runaways“, bei dem es zu extremen Hitzeentwicklungen und im Endeffekt zum Brand kommen kann. Sollte doch ein Brand entstehen, unterbindet die Feuerwehr die chemische Reaktion, die zum Übergreifen des Brands auf andere Batteriezellen führt, durch intensives Kühlen – am besten mit mehreren tausend Litern Wassern. In manchen Fällen wird das Auto nach der Erstbekämpfung etwa 24 Stunden in ein Wasserbad gestellt, damit das Feuer nicht wiederaufflammt.

Nach derzeitigem Stand der Technik sind die Akkus bei Elektroautos verstärkt durch einen Rahmen im Fahrzeugboden zwischen den Achsen untergebracht – einer der sichersten Plätze im Fahrzeug. Bei verschärften Crashtests, mit deutlich höheren Geschwindigkeiten als beim EuroNCAP-Test, kam es selbst bei massiven Deformationen des Akkus in keinem Fall zu einem Brand.

Autofahrerclubs halten das Risiko eines Brands bei Elektroautos für vergleichsweise gering. Oft werden Zahlen genannt, die Martin Winter vom Helmholtz-Institut in Jülich beim Wiener Motorensymposium 2017 nannte: Demnach kommt es bei konventionellen Pkws zu 90 Bränden pro einer Milliarde gefahrener Kilometer, jedoch nur zu zwei Fahrzeugbränden bei Elektroautos.

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