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Tourismus: Mit E-Mobilität Fahrt aufnehmen

Auch wenn sich das Reiseverhalten ändert: Der eigene Pkw bleibt im Urlaub das Verkehrsmittel Nummer eins. Welche Rolle werden dabei jedoch Elektroautos spielen? Lohnt es sich für Hotels, auf E-Mobilität zu setzen?

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Der heimische Tourismus ist eine Erfolgsgeschichte. Etwa 39 Millionen Nächtigungen verzeichnen die österreichischen Hotels und Pensionen pro Jahr – gegenüber 1990 ein Plus von knapp zehn Millionen Nächtigungen. Getragen wird dieses Plus von einer stark steigenden Reisetätigkeit der Österreicher. Am liebsten steuern die heimischen Urlauber ihr Reiseziel mit dem Auto an. Bei einem Urlaub in Österreich sind es knapp acht von zehn, bei der Fahrt in die Nachbarländer nutzen mehr als sieben von zehn den eigenen Pkw.

Welche Bedürfnisse hat der Reisende von morgen?

Der Wunsch nach Reisen ist ungebrochen hoch, es ändert sich aber die Art, wie wir Urlaub machen. Die Österreicher sind häufiger unterwegs als je zuvor. Sie setzen immer mehr auf Kurztrips, Selbstorganisation und Individualität bei ihrem Urlaub. Das ganze Jahr wird zunehmend zur Reisezeit: Reisen in der Nebensaison gewinnt an Bedeutung.

Urlaub der Zukunft: Wunsch nach Einzigartigkeit

Das Marktumfeld für den Tourismus verändert sich fundamental. Der Megatrend Individualisierung hat großen Einfluss auf die Reisebranche. Der Wunsch nach dem einzigartigen Erlebnis wächst. Gäste wollen in jeder Situation, in der sie mit der Destination – virtuell und real – in Kontakt kommen, optimale Services und erwarten entsprechende Infrastruktur.

Komfort bedeutet nicht ein Mehr an Luxus, sondern wird individuell nach persönlichen Vorlieben gefordert. Tourismusbetriebe brauchen nicht noch mehr Service (nur mehr 5-Sterne plus), sondern richtigen Service, den die entsprechende Zielgruppe wünscht (siehe auch: "Tourismus 2030: Was wünscht sich der Gast von Morgen").

Nachhaltigkeit als Trend beim Reisen

Einer Gästebefragung der Österreich Werbung zufolge hat die Hauptzielgruppe der Österreich-Urlaubenden ein Bewusstsein für Umweltschutzthemen. Ihr ist die Erhaltung der Natur und des Klimas ein Anliegen. Die Integration der Natur in den Urlaub wird immer wichtiger.

Die Umwelt – und damit einhergehend der Umweltschutz – wird in der Zukunft des Tourismus eine wichtige Rolle spielen. Die Sehnsucht nach der Natur (Stichwort „Neo-Ökologie“) und das Umweltbewusstsein steigen – und damit auch die Nachfrage nach neuen, ökologisch verträglichen Reiseangeboten. Intakter Lebensraum rückt mehr in den Mittelpunkt.

Wie wir in den Urlaub fahren werden

Die Straße bleibt dominanter Verkehrsträger. Motorisierter Individualverkehr wird noch bequemer und gewinnt weiter an Bedeutung. Auch langfristig werden Urlauber nicht auf den Pkw verzichten, aber eben auch Elektroautos nutzen. Mobilität bedeutet nicht einfach nur, von A nach B zu kommen. Sie ist immer auch Ausdruck eines Lebensstils – gerade vor dem Hintergrund der Neo-Ökologie.

Neo-Ökologie als Reisetrend

(E-)Mobilität spielt für den Urlauber der Zukunft eine entscheidende Rolle.

Hat E-Mobilität überhaupt Bestand?

In Österreich gibt es etwa 5 Millionen Kraftfahrzeuge (Stand Ende 2019). Davon sind jedoch bloß etwas mehr als 28.000 reine Elektroautos und etwa 50.000 Hybridautos. Der Anteil der batteriebetriebenen Pkw (BEV = Battery Electric Vehicle) liegt bei lediglich 0,6 Prozent. Wird deren Bedeutung also nicht überschätzt? Wie wird sich die E-Mobilität in den nächsten Jahren entwickeln? Können sich Elektroautos am Markt durchsetzen?

Sowohl bei der Nachfrage als auch beim Angebot ist ein Trend zu Elektroautos festzustellen. So wurden im Jahr 2019 etwa 50 Prozent mehr BEV neu zugelassen als im Jahr zuvor. Deren Anteil bei den Neuzulassungen ist auf 2,8 Prozent gewachsen. Laut Umfrage besteht bei den Österreichern ein recht großes Interesse an Elektroautos.

Außerdem bekennen sich immer mehr Automarken zur Elektromobilität. Das Angebot an E-Autos wird in den nächsten Jahren stark wachsen, die Hersteller investieren zweistellige Milliardenbeträge in die Produktpalette der E-Mobilität (siehe auch „Hat die E-Mobilität Zukunft?“).

Elektroautos: Mehr Reichweite, mehr Ladestationen

Vor allem die vermeintlich nicht ausreichende Reichweite, die Frage des Ladens und der höhere Anschaffungspreis werden als Hauptargumente gegen das Elektroauto angeführt.

  • Reichweite: Die erste Generation der E-Autos schaffte lediglich 150 Kilometer. Moderne Modelle kommen auf etwa das Doppelte (und mehr). Zum Vergleich: Die durchschnittliche Fahrleistung in Österreich beträgt 37 km am Tag.

  • Preise: Der teuerste Bauteil des Elektroautos ist der Akku. Seit Beginn der E-Mobilität sind die Preise dafür um etwa 80 Prozent gesunken. Im Gegenzug ist aber die Energiedichte, also die Kapazität der Akkus deutlich gestiegen (siehe Reichweite).

  • Ladestationen: In Österreich gibt es bereits etwa 5.000 öffentlich zugängliche Ladestationen, Tendenz steigend. Fast alle E-Fahrzeuge sind auch schnellladefähig. Somit wäre ein E-Auto in unter einer Stunde vollgeladen.

Neue Gästegruppen durch Elektromobilität?

Zahlreiche österreichische Hotels haben die Potenziale der Elektromobilität, um neue Gästegruppen ansprechen zu können, erkannt. Etwa jedes dritte Hotel hat in den letzten drei Jahren in entsprechende Infrastruktur und Ladestationen investiert. Etwa jedes zweite Hotel wird in den kommenden Jahren eine Investitionsentscheidung hinsichtlich Elektromobilität treffen. Dies ergab eine Umfrage von ABB, Renault, Austrian Mobile Power und hotelimpulse.at unter 1.128 österreichischen Hotels.

Sehen Sie in diesem kurzen Video 5 E-Mobility Trends, die in Zukunft mehr Gäste bringen werden

Sind E-Autos überhaupt ein ökologischer Fortschritt?

Das Hauptargument für Elektroautos ist: Sie stoßen im Betrieb keine Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2) oder Stickoxide (NOx) aus. Elektroautos sind somit lokal abgasfrei. Aber auch bei der Elektromobilität entstehen Emissionen: sowohl bei der Fahrzeugherstellung – im Fokus steht dabei der Akku – als auch bei der Stromproduktion.

Aber auch wenn man den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs hernimmt, überwiegen die Vorteile von Elektroautos gegenüber einem Verbrennungsmotor. Am meisten kommen sie zum Tragen, wenn ausschließlich Ökostrom verwendet wird (siehe auch „Wie umweltfreundlich ist ein Elektroauto?“).

Das Elektroauto als Sicherheitsrisiko?

In Elektroautos kommt ein Hochspannungsnetz (etwa 400 Volt) zum Einsatz. Das sind andere Dimensionen als beim 12-Volt-Netz durch die herkömmliche Autobatterie. Außerdem liest man immer wieder von einem brennenden Elektroauto.

Wie steht es denn um die Sicherheit bei Elektroautos – auch im Fall eines Unfalls? E-Autos müssen die gleichen Sicherheitsstandards erfüllen wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor – und sie tun es auch (siehe Euro NCAP-Crashtests). Die Akkus von Elektroautos sind zur Risikominimierung zwischen den Achsen angebracht und besonders stark geschützt. Nach einem Unfall schaltet sich das Hochvolt-System von selbst ab, der Akku wird vom Rest des Autos getrennt. Mehr dazu erfahren Sie unter: "Wie sicher sind Elektroautos?" oder in folgendem Video:

 

Reicht unser Strom für den Umstieg auf E-Autos?

Die grundsätzliche Rechnung ist einfach: Mehr E-Fahrzeuge bedeuten auch einen höheren Strombedarf. Selbst wenn alle Pkw elektrisch fahren, würde das Experten zufolge einen Mehrbedarf von rund 18 Prozent bedeuten. Wichtig ist, dass dieser Mehrbedarf aus erneuerbaren Energiequellen (Sonne, Wind oder Wasserkraft) gedeckt wird. Eine Studie der TU Wien zeigt, dass eine 100-prozentige Abdeckung des heimischen Strombedarfs mit erneuerbarer Energie bis zum Jahr 2030 umsetzbar ist.

Checkliste für die Hotellerie:
Der Weg zu Ladestationen

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