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Haussanierung: Mit Wärmepumpe oder Pellets heizen?

Wer sein Eigenheim saniert, steht oft vor der Frage: Mit Wärmepumpe heizen oder doch eine Pelletheizung anschaffen? Welche Heizung ist sinnvoll?

Wärmepumpen-Beratung

Wer heute sein Eigenheim saniert, kommt oft um eine Modernisierung der Heizung nicht herum. Aber welche Heizung ist die sinnvollste Anschaffung? Sehr häufig wird zwischen Wärmepumpe und Pelletheizung entschieden.

Um auch langfristig mit dem Heizsystem zufrieden zu sein, sollte man sich über die Kosten, Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit im Klaren sein. Denn mit der richtigen Heizungsanlage lassen sich ordentlich Kosten und CO2-Emissionen sparen.

Wärmepumpe vs. Pellets: Ein Heizkostenvergleich

Wer vor der Entscheidung steht, seinen alten Heizkessel gegen ein modernes Heizsystem auszutauschen, wird vor allem auch die Kosten im Blick haben. Der Heizkostenvergleich der Österreichischen Energieagentur bietet eine allgemeine Orientierung.

Dabei wurden nicht nur die Brennstoffpreise, sondern alle anfallenden Kosten der Heizsysteme inklusive Investitions- sowie Wartungs- und Instandhaltungskosten einander gegenübergestellt.

Der Vergleich wurde für drei Gebäudeklassen erstellt: Neubau (Heizwärmebedarf 45 kWh/m2a), thermisch saniertes (60 kWh/m2a) sowie thermisch unsaniertes Einfamilienhaus (175 kWh/m2a). Sowohl beim thermisch sanierten Einfamilienhaus als auch beim Neubau belegte im Jahr 2018 die Wärmepumpe den ersten Platz im Ranking der unterschiedlichen Heizsysteme. Im thermisch unsanierten Einfamilienhaus kommt die Pelletheizung auf Platz drei.

Nachhaltige Energieträger sind preisstabil

Im Heizkostenvergleich 2020 kam die Wärmepumpe in den Gebäudeklassen Neubau und thermisch saniert hinter der Erdgas-Brennwert-Heizung und der Fernwärme auf Platz 3. Bezieht man die "Raus aus Öl"-Förderung mit ein, landet die Wärmepumpe in der Gebäudeklasse thermisch saniert auf dem 2. Platz.

Durch dieses Ergebnis sieht man auch, wie stark Hausbesitzer mit fossilen Heizsystemen von Preisschwankungen, die häufig durch internationale geopolitische Entwicklungen ausgelöst werden, abhängig sind. Denn Erdgas war im Jahr 2018 noch deutlich teurer.

Ein Heizsystem, das nachhaltige Energieträger verwendet, macht hingegen das Haushaltsbudget planbarer. Sowohl Pellets als auch Strom sind äußerst preisstabil. Da eine Wärmepumpe ihre Energie zum größten Teil aus der Umwelt bezieht, setzen sich hier die Betriebskosten – im Gegensatz zu fossilen Heizsystemen und Pelletheizungen – lediglich aus Stromverbrauch und Wartungskosten zusammen.

Die Pelletheizung schafft es beim Heizkostenvergleich 2020 lediglich in der Gebäudeklasse thermisch unsaniert und unter Einbezug der "Raus aus Öl"-Förderung auf Platz 3.

Wann arbeiten Luftwärmepumpen am effektivsten?

Laut dem deutschen Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE werden sich Wärmepumpen zur zukünftig wichtigsten Heiztechnik entwickeln. Da Außenluft als Wärmequelle leicht erschlossen werden kann, werden häufig Luftwärmepumpen eingesetzt. Sie sind störungs- sowie wartungsarm und brauchen wenig Platz.

Luftwärmepumpen sind dann effizient einsetzbar, wenn Gebäude gut gedämmt sind. Sie arbeiten richtig effektiv, wenn außerdem Niedertemperatur-Heizsysteme wie Fußboden- oder Wandheizung zum Einsatz kommen. Bei einem effizienten Betrieb sollte eine Jahresarbeitszahl von 4 erreicht werden. Das bedeutet, dass für eine Kilowattstunde Elektrizität vier Kilowattstunden Wärme abgegeben werden.

Die Wärmepumpe lässt sich zusätzlich mit einer Photovoltaikanlage erweitern. Die PV-Anlage liefert nachhaltigen Strom für die Wärmepumpe und senkt damit die Heizkosten. Reicht jedoch der Sonnenstrom zum Heizen? (Blog-Beitrag: Photovoltaik und Wärmepumpe: Heizen mit Sonnenstrom, geht das?)

Erdwärmepumpen: Effizienzvorteil bei Altbauten

Eigenheimsanierer sollten auch über ein erdgekoppeltes System nachdenken, wenn das Grundstück generell dafür geeignet ist. Soll oder muss der Garten vielleicht sowieso neu angelegt werden? Gibt es ausreichend Platz für einen Flächenkollektor? Erdwärmepumpen erreichen in der Regel höhere Jahresarbeitszahlen als Luftwärmepumpen, sie arbeiten also effizienter. Dadurch sind deren Betriebskosten noch niedriger.

Gerade bei Altbauten, wo der Wärmebedarf hoch ist, kann sich dieser Effizienzvorteil rechnen. Diese Art der Wärmepumpe hat jedoch höhere Investitionskosten. Einen Vergleich zwischen den verschiedenen Wärmepumpen-Typen wie auch deren Kosten finden Sie unter: "Wärmepumpen im Vergleich: Welche ist die richtige?".

Heizen mit Pellets: Sind Lagerplatz und Schornstein vorhanden?

Eine Pelletheizung ist die moderne Form des Holzofens. Allerdings werden nicht Holzscheite verbrannt, sondern kleine Pellets. Die Verbrennung und die Zufuhr der Pellets laufen zwar vollkommen automatisch ab, im Vergleich Pelletheizung gegen Wärmepumpe spielt allerdings auch die Lagerfläche für die Energieträger eine wichtige Rolle.

Pellets müssen in entsprechender Menge sicher gelagert werden können – für automatische Zufuhrsysteme sogar in direkter Nähe der Heizanlage. Neben dem Lagerplatz muss auch ein geeigneter Schornstein vorhanden sein. Zu beachten ist außerdem, dass die Asche einer Pelletheizung in regelmäßigen Abständen von Hand zu entsorgen ist.

Bei einer Wärmepumpe entfallen diese Dinge. Weder Lagerplatz noch Schornstein und Rauchfangkehrer werden bei einer Wärmepumpe benötigt. Sie gilt daher als sehr wartungsarm, wodurch kaum Kosten anfallen.

Umweltfreundlich heizen mit Wärmepumpe oder Pellets

Neben den Kosten für das Heizen mit Wärmepumpe und Pelletheizung muss jedoch auch die Umweltthematik einbezogen werden. Denn für 10 Prozent der Treibhausgase-Emissionen in Österreich ist alleine der Gebäudesektor verantwortlich (Quelle: Austrian Energy Agency). Mit der Wahl des richtigen Heizsystems kann also jeder einzelne einen Schritt dazu beitragen, um die Klimaziele zu erfüllen.

Das Heizen mit Wärmepumpe gilt als sehr umweltfreundlich, da keine Verbrennung und somit kein CO2-Ausstoß stattfindet. Die Wärmepumpe bezieht die benötigte Energie zu 75 Prozent aus der Umwelt und zu 25 Prozent aus der Steckdose.

Wärmepumpe_Energie

Ökostrom erhöht die Umweltfreundlichkeit der Wärmepumpe. (Mehr Infos zur Funktionsweise finden Sie unter: "Wie funktioniert eine Wärmepumpe?").

Kelag-Icon-Tipp
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Bei einer Pelletheizung werden Pellet verbrannt, die in Österreich aus Abfällen der Holzwirtschaft hergestellt werden. Es werden also nicht extra Wälder abgeholzt. Der Rohstoff für die Pellets wird getrocknet, zerkleinert und mit hohem Druck zur typischen Form gepresst. Bei ihrer Verbrennung setzen Pellets so viel Kohlendioxid frei, wie der Baum im Laufe der Zeit aus der Atmosphäre entnommen hat. Pellets gelten damit als CO2-neutral.

Heizkosten senken: Wärmedämmung ist essenziell

Egal ob heizen mit Wärmepumpe oder Pelletheizung, wer nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Treibhausgas-Emissionen gering halten will, muss verhindern, dass die Wärme "zum Fenster hinausgeht". Bei der Eigenheimsanierung bedeutet das meist: Eine neue Heizung sollte nicht als Einzelmaßnahme realisiert werden, sinnvoll wird sie nur als Teil einer umfassenden energetischen Sanierung. Eine konsequente Wärmedämmung ist somit essenziell.

Wärmedämmung

Eine gute Wärmedämmung ist für die Effizienz der Heizung essenziell.


Laut Österreichischer Energieagentur liegen die Heizkosten in einem sanierten Einfamilienhaus um rund 50 % niedriger als in einem unsanierten Gebäude. Der gleiche Effekt zeigt sich auch bei den CO2-Emissionen. (Mehr zum Thema Heizkosten sparen erfahren Sie unter: "7 Tipps um Heizkosten und Energie zu sparen".)

Kelag-Heizkostenrechner

Mit dem Kelag-Heizkostenrechner können Sie mit den Grunddaten Ihres Eigenheims alle gebräuchlichen Heizungen miteinander vergleichen. Sie erhalten Betriebskosten, Investitionskosten, einen Gesamtkostenvergleich und die Ökobilanz für die einzelnen Heizsysteme. Der Heizkostenrechner kann Ihnen helfen, das für Sie sinnvollste Heizsystem zu ermitteln.

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