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Haussanierung: Mit Wärmepumpe oder Pellets heizen?

Wer sein Eigenheim saniert, steht oft vor der Frage: Mit Wärmepumpe heizen oder doch eine Pelletheizung anschaffen? Welche Heizung ist sinnvoll?

Was kostet eine Wärmepumpe?

Wer heute sein Eigenheim saniert, kommt oft um eine Modernisierung der Heizung nicht herum. Aber welche Heizung ist die sinnvollste Anschaffung? Sehr häufig wird zwischen Wärmepumpe und Pelletheizung entschieden.

Um auch langfristig mit dem Heizsystem zufrieden zu sein, sollte man sich über die Kosten, Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit im Klaren sein. Denn mit der richtigen Heizungsanlage lassen sich ordentlich Kosten und CO2-Emissionen sparen.

Wärmepumpe vs. Pellets: Ein Heizkostenvergleich

Wer vor der Entscheidung steht, seinen alten Heizkessel gegen ein modernes Heizsystem auszutauschen, wird vor allem auch die Kosten im Blick haben. Ein perfektes Tool dafür ist der Kelag-Heizkostenrechner. Mit diesem können Sie alle gebräuchlichen Heizungen miteinander vergleichen. Sie erhalten Betriebskosten, Investitionskosten, einen Gesamtkostenvergleich und die Ökobilanz für die einzelnen Heizsysteme. Der Heizkostenrechner kann Ihnen helfen, das für Sie sinnvollste Heizsystem zu ermitteln.

Zum Heizkostenrechner

Auch die Österreichische Energieagentur hat einen Heizkostenvergleich erstellt, der eine eindeutige Sprache spricht. Die Wärmepumpe belegte hier in zwei Kategorien den ersten Platz.

Bei diesem Heizkostenvergleich wurden alle anfallenden Kosten der Heizsysteme inklusive Investitions- sowie Wartungs- und Instandhaltungskosten einander gegenübergestellt. Der Vergleich wurde für drei Gebäudeklassen erstellt: Neubau (Heizwärmebedarf 45 kWh/m2a), thermisch saniertes (60 kWh/m2a) sowie thermisch unsaniertes Einfamilienhaus (175 kWh/m2a).

Sowohl beim thermisch sanierten Einfamilienhaus als auch beim Neubau belegte im Jahr 2018 die Wärmepumpe den ersten Platz im Ranking der unterschiedlichen Heizsysteme. Im thermisch unsanierten Einfamilienhaus kommt die Pelletheizung auf Platz drei.

Nachhaltige Energieträger sind preisstabil

Im Heizkostenvergleich 2020 kam die Wärmepumpe in den Gebäudeklassen Neubau und thermisch saniert hinter der Erdgas-Brennwert-Heizung und der Fernwärme auf Platz 3. Bezieht man die "Raus aus Öl"-Förderung mit ein, landet die Wärmepumpe in der Gebäudeklasse thermisch saniert auf dem 2. Platz.

Durch dieses Ergebnis sieht man auch, wie stark Hausbesitzer mit fossilen Heizsystemen von Preisschwankungen, die häufig durch internationale geopolitische Entwicklungen ausgelöst werden, abhängig sind. Denn Erdgas war im Jahr 2018 noch deutlich teurer.

Ein Heizsystem, das nachhaltige Energieträger verwendet, macht hingegen das Haushaltsbudget planbarer. Da  Da eine Wärmepumpe ihre Energie zum größten Teil aus der Umwelt bezieht, setzen sich hier die Betriebskosten – im Gegensatz zu fossilen Heizsystemen und Pelletheizungen – lediglich aus Stromverbrauch und Wartungskosten zusammen.

Beachtet man hier auch, dass die Wärmepumpe ohne laufende Betreuung durch den Eigentümer auskommt (z. B. teilweise wöchentlich erforderliche Ascheentsorgung bei Pelletheizungen), ist die Wärmepumpe unumstritten vielfach die beste Wahl.

Die Pelletheizung schafft es beim Heizkostenvergleich 2020 lediglich in der Gebäudeklasse thermisch unsaniert und unter Einbezug der "Raus aus Öl"-Förderung auf Platz 3.

Hinweis: Auch Wärmepumpe Austria bietet einen umfangreichen Heizkostenvergleich aller gebräuchlichen Heizungen an. Sie erhalten Betriebskosten, Investitionskosten, einen Gesamtkostenvergleich und die Ökobilanz für die einzelnen Heizsysteme.

Wann arbeiten Luftwärmepumpen am effektivsten?

Laut dem deutschen Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE werden sich Wärmepumpen zur zukünftig wichtigsten Heiztechnik entwickeln. Da Außenluft als Wärmequelle leicht erschlossen werden kann, werden häufig Luftwärmepumpen eingesetzt. Sie sind störungs- sowie wartungsarm und brauchen wenig Platz.

Luftwärmepumpen arbeiten richtig effektiv, wenn Niedertemperatur-Heizsysteme wie Fußboden-, Wandheizung oder Niedertemperatur-Radiatoren zum Einsatz kommen. Bei einem effizienten Betrieb wird eine Jahresarbeitszahl von 4 erreicht. Das bedeutet, dass für eine Kilowattstunde Strom vier Kilowattstunden Wärme abgegeben werden.

Die Wärmepumpe lässt sich zusätzlich mit einer Photovoltaikanlage erweitern. Die PV-Anlage liefert nachhaltigen Strom für die Wärmepumpe und senkt damit die Heizkosten. Reicht jedoch der Sonnenstrom zum Heizen? (Blog-Beitrag: Photovoltaik und Wärmepumpe: Heizen mit Sonnenstrom, geht das?)

Erdwärmepumpen: Effizienzvorteil bei Altbauten

Eigenheimsanierer können auch über ein erdgekoppeltes System nachdenken, wenn das Grundstück generell dafür geeignet ist. Soll oder muss der Garten vielleicht sowieso neu angelegt werden? Gibt es ausreichend Platz für einen Flächenkollektor? Erdwärmepumpen erreichen in der Regel höhere Jahresarbeitszahlen als Luftwärmepumpen, sie arbeiten also effizienter. Dadurch sind deren Betriebskosten noch niedriger.

Diese Art der Wärmepumpe hat jedoch höhere Investitionskosten. Einen Vergleich zwischen den verschiedenen Wärmepumpen-Typen sowie auch deren Kosten finden Sie auch unter: "Wärmepumpen im Vergleich: Welche ist die richtige?".

Heizen mit Pellets: Sind Lagerplatz und Rauchfang vorhanden?

Eine Pelletheizung ist die moderne Form des Holzofens. Allerdings werden nicht Holzscheite verbrannt, sondern kleine Pellets. Die Verbrennung und die Zufuhr der Pellets laufen zwar vollkommen automatisch ab, ganz im Gegenteil jedoch die Ascheentsorgung. Hier ist wieder der tatkräftige Einsatz der Eigentümer gefordert, da ohne die Entsorgung der angefallenen Asche die Pelletheizung auf Störung geht und die Heizung bis zur Ascheentsorgung stillsteht.

Im Vergleich Pelletheizung gegen Wärmepumpe spielt auch die Lagerfläche für die Energieträger eine wichtige Rolle. Pellets müssen in entsprechender Menge sicher gelagert werden können – für automatische Zufuhrsysteme sogar in direkter Nähe der Heizanlage. Neben dem Lagerplatz muss auch ein geeigneter Edelstahl-Schornstein vorhanden sein.

Bei einer Wärmepumpe entfallen diese Dinge. Weder Lagerplatz noch Schornstein und Rauchfangkehrer werden bei einer Wärmepumpe benötigt. Sie gilt daher als sehr wartungsarm, wodurch kaum Kosten anfallen.

Umweltfreundlich heizen mit Wärmepumpe oder Pellets

Neben den Kosten für das Heizen mit Wärmepumpe und Pelletheizung muss jedoch auch die Umweltthematik einbezogen werden. Denn für 10 Prozent der Treibhausgase-Emissionen in Österreich ist alleine der Gebäudesektor verantwortlich (Quelle: Austrian Energy Agency). Mit der Wahl des richtigen Heizsystems kann also jeder einzelne einen Schritt dazu beitragen, um die Klimaziele zu erfüllen.

Das Heizen mit Wärmepumpe gilt als sehr umweltfreundlich, da keine Verbrennung und somit kein CO2-Ausstoß stattfindet. Die Wärmepumpe holt sich die benötigte Energie zu 75 Prozent aus der Umwelt und zu 25 Prozent aus der Steckdose.

Wärmepumpe_Energie

Ökostrom oder die Kombination mit Photovoltaik erhöht die Umweltfreundlichkeit der Wärmepumpe und den Autarkiegrad Ihres Gebäudes. (Mehr Infos zur Funktionsweise finden Sie unter: "Wie funktioniert eine Wärmepumpe?").

Kelag-Icon-Tipp
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Bei einer Pelletheizung werden Pellets verbrannt, die aus der Holzindustrie stammen. Es findet also ein CO2-Ausstoß statt. Pellets setzen beim Verbrennen jenes CO2 frei, das der Baum im Laufe seines Lebens gebunden hat. Pellets gelten damit zwar quasi als klimaneutral, die Bäume müssen allerdings wieder nachgepflanzt werden. Es braucht also wieder Jahrzehnte, um das durch die Pelletsverbrennung erzeugte CO2 zu kompensieren.

Vielfach liegt der angegebene Heizwert der Pellets auch unter dem tatsächlichen Heizwert, da in der Produktion nicht immer die gleiche Holzqualität zur Verfügung steht. Ein Wärmemengenzähler zwischen Kessel und Heizsystem, sowie die Aufzeichnung über die eingekauften Pelletsmengen, geben hier Aufschluss über den tatsächlichen Heizwert.

Heizkosten senken: Wärmedämmung ist essenziell

Egal ob heizen mit Wärmepumpe oder Pelletheizung - wer nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Treibhausgas-Emissionen geringhalten will, muss verhindern, dass die Wärme wortwörtlich "zum Fenster hinausgeht". Bei der Eigenheimsanierung bedeutet das meist: Eine neue Heizung sollte nicht als Einzelmaßnahme realisiert werden, wirklich sparsam wird sie als Teil einer umfassenden energetischen Sanierung. Eine konsequente Wärmedämmung und eventuell die Modernisierung der Fensterflächen ist somit essenziell.

Wärmedämmung

Eine gute Wärmedämmung ist für die Effizienz der Heizung essenziell.


Laut Österreichischer Energieagentur liegen die Heizkosten in einem sanierten Einfamilienhaus um rund 50 % niedriger als in einem unsanierten Gebäude. Der gleiche Effekt zeigt sich auch bei den CO2-Emissionen. (Mehr zum Thema Heizkosten sparen erfahren Sie unter: "7 Tipps um Heizkosten und Energie zu sparen".)

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