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Heizkosten in Österreich: Die Heizsysteme im Vergleich

Mit welchem Heizsystem Sie in Österreich am günstigsten fahren und wie hoch die Heizkosten für Ihr Zuhause sind.

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Wenn Sie einen Neubau oder die Sanierung Ihres Hauses planen, ist eine der Kernfragen: Welches ist das beste Heizsystem? Der Markt bietet Ihnen zahlreiche Möglichkeiten, sowohl was die Technologie der Heizgeräte angeht als auch bei den verwendeten Brennstoffen.

Neben dem Dauerbrenner Holzheizung und anderen traditionellen Heizsystemen, die auf fossilen Brennstoffen wie Öl oder Gas basieren, drängten in den letzten Jahren neue Heizsysteme in den Fokus, die vor allem nachhaltiges und ökologisch verträglicheres Heizen ermöglichen sollen.

Am Ende des Tages spielen aber die Kosten eine Hauptrolle bei der Entscheidung für ein Heizsystem. Daher lohnt sich ein Kostenvergleich der beliebtesten Heizsysteme und eine Vorabberechnung anhand Ihrer individuellen Situation.

Mit welchen Heizkosten müssen Sie rechnen?

Wenn Sie sich mit dem Thema Heizen und den damit verbundenen Kosten beschäftigen, liegt ein Blick auf die aktuellen Energiekosten nahe. Allerdings liefert Ihnen der Vergleich der Preise von Öl, Gas, Holz, Strom etc. nur die halbe Wahrheit.

Die Entscheidung über eine neue Heizung sollte mit Weitblick und unter Einbeziehung der Investitions- und Wartungskosten fallen. Zudem dürfen Sie nicht vergessen, dass Ihre Wohnnutzungsfläche, die Dämmung Ihres Hauses und das verwendete Verteilsystem ebenfalls Einfluss auf Ihre Heizkosten haben.

Sie sehen also, für die Höhe der Heizkosten sind zahlreiche Parameter relevant. Wenn Sie im Voraus möglichst genau berechnen wollen, was Sie eine neue Heizung kosten wird, hilft Ihnen der Kelag-Heizkostenrechner weiter. Damit können Sie alle gebräuchlichen Heizsysteme miteinander vergleichen und die Betriebskosten, Investitionskosten, einen Gesamtkostenvergleich sowie die Ökobilanz für Ihre persönliche Situation berechnen.

Eine grundsätzliche Einordnung der Heizkosten unter Verwendung der unterschiedlichen Heizsysteme zeigt aber bereits, für welche Anlassfälle welches Heizsystem Sinn macht. Der Heizkostenvergleich der österreichischen Energieagentur spricht diesbezüglich eine klare Sprache: Erdgas und Wärmepumpen führen das Feld der günstigsten Heizsysteme an.

Vorteile, Nachteile und Kosten der Heizsysteme

Die österreichische Energieagentur vergleicht jährlich die Vollkosten der gängigsten Heizsysteme anhand eines für Österreich charakteristischen Einfamilienhauses mit einer Wohnfläche von 118 m2.

Dabei werden die Energiekosten dieses Referenzgebäudes als Neubau, als thermisch sanierte und als thermisch unsanierte Variante berechnet. Die Investitionskosten beinhalten die Wartung sowie Instandhaltung und werden auf einen Betrachtungszeitraum von 20 Jahren umgelegt.

Preisschwankungen bei Erdgas

Betrachtet man die Vollkosten, also die Kombination aus Energie- und Investitionskosten, so erweist sich das Heizen mit Erdgas bei allen drei Gebäudevarianten als aktuell günstigste Option. Die jährlichen Kosten belaufen sich zwischen 2.035 Euro (Neubau), 2.400 Euro (thermisch saniert) und 3.810 Euro (thermisch unsaniert).

Wenn ein entsprechender Anschluss vorhanden ist, sind die Anschaffungskosten vergleichsweise gering und die Gasheizung ist definitiv eine der günstigsten Heizvarianten.

Allerdings sind bei Erdgas Preisschwankungen, auch bedingt durch geopolitische Entwicklungen oder Krisen, stark ausgeprägt. Sie sorgen dafür, dass die Gasheizung im Kostenranking von Jahr zu Jahr variieren kann.

Jährliche Heizkosten Erdgas-Brennwertsystem
Energiekosten:
zwischen 1.003 und 2.718 €
Investitionskosten:
zwischen 1.032 und 1.092 €

Vollkosten:
zwischen 2.035 und 3.810 €

Wärmepumpe mit Förderung am günstigsten

Aufgrund der Gas-Preisschwankungen lag Ende 2018 etwa noch die Luft-/Wasser-Wärmepumpe an Position eins der günstigsten Heizsysteme. Berechnet man die „Raus aus dem Öl“-Förderung mit ein, ist sie das auch weiterhin, denn diese österreichweite Förderung reduziert die etwas höheren Investitionskosten.

Bei den Energiekosten sind Wärmepumpen in ihren diversen Ausführungen ohnehin nicht zu schlagen. Das liegt daran, dass Wärmepumpen ihre Heizwärme aus der Luft, dem Erdreich oder der Sonne beziehen.

Mit einer Wärmepumpe erhalten Sie so 75% der benötigten Heizwärme direkt aus der Umwelt. Bezahlen müssen Sie lediglich jene Energie, die für den Antrieb der Wärmepumpe gebraucht wird.

Jährliche Heizkosten Wärmepumpe (ohne Förderung)
Energiekosten:
zwischen 296 und 885 €
Investitionskosten:
zwischen 1.544 und 2.325 €
Vollkosten:
zwischen 2.197 und 3.102 €

Mit Biomasse heizen schont die Umwelt

Stückholz und Pellets schneiden vor allem hinsichtlich ihrer CO2-Neutralität besonders gut ab. In dieser Kategorie kann nur die Wärmepumpe mithalten. Darüber hinaus profitieren Sie beim Heizen mit Stückholz oder Pellets auch vom recht günstigen Preis des nachwachsenden Rohstoffs.

Dafür sind die Investitionskosten höher und es wird ein Brennstofflager benötigt. Unter Berücksichtigung der „Raus aus dem Öl“-Förderung platziert sich die Stückholzheizung im Kostenranking allerdings noch vor dem Erdgas-Brennwertsystem an zweiter Position. 

Jährliche Heizkosten Pellets und Stückholz
Energiekosten:
zwischen 823 und 2.258 €
Investitionskosten:
zwischen 1.820 und 2.088 €
Vollkosten:
zwischen 2.863 und 4.239 €

Fernwärme: Günstig in der Anschaffung, teuer im Betrieb

Die Entscheidung, mit Fernwärme zu heizen, bietet vor allem Komfort. Da die Wärme im Fernwärmekraftwerk erzeugt wird, findet in Ihrem Zuhause keine Verbrennung statt. Das heißt, Sie sparen sich die Anschaffung eines Heizsystems sowie den Platz dafür, die Fernwärme wird Ihnen fix und fertig geliefert.

Allerdings geht auf dem Transportweg einiges an Wärme verloren, was das System nur in dicht besiedelten Gebieten, wo die Entfernung zum Kraftwerk gering ist, attraktiv macht. Verfügbarkeit und Preis unterscheiden sich regional daher sehr stark.

Jährliche Heizkosten Fernwärme
Energiekosten:
zwischen 1.268 und 3.569 €
Investitionskosten:
1.559 €
Vollkosten:
zwischen 2.827 und 5.128 €

Öl-Brennwert als Auslaufmodell

Das große Manko beim Heizen mit Erdöl ist der ökologische Effekt, denn bei keiner anderen Heizung sieht die CO2-Bilanz so schlecht aus wie bei der Ölheizung: Bis zu knapp 10.000 kg CO2 werden jährlich in die Atmosphäre geblasen.

Daher steht die Ölheizung auch auf der Streichliste der Politik: Seit 2020 dürfen in Österreich in Neubauten keine Ölheizungen mehr installiert werden, bis 2035 sollen sie laut den Plänen der Regierung generell verschwinden.

Betrachtet man rein die Kosten, befindet sich die Ölheizung aber im Mittelfeld und ist daher aktuell noch für viele Menschen attraktiv. Wie beim Erdgas unterliegt auch der Erdölpreis Schwankungen, die vom internationalen Markt abhängen. Diese können sich einmal gut, einmal schlecht für die Konsumenten auswirken.

Jährliche Heizkosten Öl-Brennwertsystem
Energiekosten:
zwischen 915 und 2.611 €
Investitionskosten:
zwischen 1.600 und 1.820 €
Vollkosten:
zwischen 2.515 und 4.431 €

Ökologisierung wird Heizkosten mittelfristig stark beeinflussen

Auch wenn sich noch keine konkreten Zahlen ausweisen lassen, empfiehlt es sich, den Trend zur Ökologisierung bei der Planung eines Neubaus bzw. einer Umrüstung des Heizsystems bereits zu berücksichtigen. In den nächsten Jahren wird umweltschädliches Heizen teurer werden, sei es über den Weg der Besteuerung oder über erzwungene Umrüstungen. Mit einer umweltschonenden Heizung sind Sie daher heute schon auf der sicheren Seite und in vielen Fällen langfristig auch günstiger unterwegs.

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