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Elektroauto laden: Das öffentliche Ladenetz in Österreich

Rund 7.700 öffentlich zugängliche Ladepunkte, dank E-Roaming 5.000 davon im Netz des Bundesverbands Elektromobilität Österreich - das öffentliche Ladenetz in Österreich steht im internationalen Vergleich gut da. Es hat aber noch Potenzial und wächst jährlich.

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Am einfachsten und bequemsten lädt man sein Elektroauto eigentlich zu Hause. Zwischen 80 und 90% aller Ladevorgänge erfolgen an der Heimladestation, schätzt der Bundesverband Elektromobilität Österreich.

Aber nicht jeder Haushalt hat die Möglichkeit, sich eine Wallbox zu installieren und das Elektroauto zuhause zu laden. Auch die sogenannten Laternenparker wollen den Akku ihres Elektroautos wieder aufladen. Und bei längeren Fahrten nimmt einem ein gut ausgebautes öffentliches Ladenetz die sogenannte Reichweitenangst.

Seien es die E-Tankstellen vor Supermärkten, in Tiefgaragen von Hotels, bei Autobahn-Raststätten oder auf öffentlich zugänglichen Parkplätzen: Die Zahl der Ladestationen steigt in Österreich beständig.

Fragt man Interessierte und Autofahrer nach deren wichtigsten Gründen, die gegen den Kauf eines Elektroautos sprechen, dann rangiert laut der Studie "Erneuerbare Energien in Österreich" (Ausgabe 2020) an dritter Stelle die aus deren Sicht mangelnde Ladeinfrastruktur.

Dabei gibt es hierzulande laut Bundesverband Elektromobilität Österreich (BEÖ) bereits ein umfassendes Netz mit über 5.500 Ladepunkten – etwa 500 davon befinden sich in Kärnten – und alle 60 km eine Schnellladestation (Stand Juli 2020). Erfasst sind dabei sämtliche öffentliche Ladepunkte von Betreibern wie Energieunternehmen, Supermärkten und Hotels. In der Zahl nicht enthalten sind private Lademöglichkeiten. Zum Vergleich: 2018 gab es in Österreich etwa 2.700 herkömmliche Tankstellen (Benzin/Diesel).

Öffentlich zugänglich heißt:

  • Der Ladepunkt muss an Werktagen während mindestens acht Stunden für die Öffentlichkeit zugänglich sein.
  • Das Bezahlen für die Nutzung und den Strombezug muss ohne Vertrag mit dem Ladestellenbetreiber möglich sein.
Kelag-Icon-Tipp
Der Unterschied zwischen einer Ladestation und einem Ladepunkt: Eine Ladestation bzw. Ladesäule kann über mehrere Anschlüsse – sogenannte Ladepunkte – verfügen. Auf diese Weise können mehrere Fahrzeuge gleichzeitig aufgeladen werden.

E-Ladestationen: Österreich im internationalen Vergleich

Im EU-Vergleich liegt Österreich bezogen auf die öffentlichen E-Ladestationen pro 100.000 Einwohner laut einer Analyse des VCÖ auf Platz sechs, im Europa-Vergleich auf Platz acht.

Die höchste Dichte an Ladestationen haben in Europa die Niederlande und Norwegen – mit recht großem Abstand zu den anderen Ländern. Jede vierte E-Ladestation in Europa befindet sich in den Niederlanden – in absoluten Zahlen sind es etwa 44.000 (Stand November 2019). Damit gibt es in den Niederlanden um ein Drittel mehr E-Ladestationen als im fünfmal so bevölkerungsreichen Deutschland.

Ladestationen in Europa

Quelle: VCÖ

Auch im Tourismus spielen Elektroautos mittlerweile eine große Rolle. Ob es sich für Hotels lohnt, auf die E-Mobilität zu setzen, können Sie im Artikel "Tourismus: Mit E-Mobilität Fahrt aufnehmen" herausfinden.

Wie funktioniert das Laden des Elektroautos an öffentlichen E-Tankstellen?

Wie beim herkömmlichen Tankstellennetz gibt es auch bei Ladestationen unterschiedliche Betreiber. Unter dem Dach des Bundesverbands Elektromobilität Österreich (BEÖ) haben sich elf Strom-Energieversorger – darunter auch die Kelag – sowie der Anbieter Smatrics mit ihren etwa 5.000 Ladepunkten zum größten Ladenetz in Österreich zusammengeschlossen: Mindestens alle 30 km steht eine Ladesäule zur Verfügung.

Das heißt aber auch, dass man mit einer RFID-Ladekarte oder Lade-App von einem der zwölf Anbieter im gesamten BEÖ-Netz zu den Konditionen seines eigenen Anbieters laden kann – und nicht nur bei den Ladestationen des einzelnen Anbieters.

Doch wie funktioniert das Laden an öffentlichen Ladestationen genau? Als Autostrom-Kunde der Kelag können Sie Ladevorgänge mit der Kelag-Mobility-App starten und wieder beenden. Um die Lade-App freizuschalten, scannen Sie den QR-Code auf der Ladesäule mittels Lade-App. Danach kann die Abdeckung geöffnet und das Elektroauto mittels Ladekabel mit der Ladestation verbunden werden.

Nun muss nur noch der Ladevorgang gestartet werden. Sobald der gewünschte Ladestand erreicht wird, können Sie sich abmelden, dies funktioniert auf die gleiche Weise wie die Freischaltung. Zum Schluss kann die Verbindung zwischen E-Tankstelle und Elektroauto getrennt werden.

Eine genaue Erklärung wie das Laden des E-Autos an öffentlichen Ladestationen funktioniert, finden Sie unter: "Eine Anleitung für das Laden an öffentlichen Ladesäulen".

Durch die Kelag-Mobility-App behalten Sie beim Laden einen genauen Überblick über bereits getätigte Ladevorgänge. Besonders praktisch bei der App ist, dass sie anzeigt, ob der einzelne Ladepunkt frei oder besetzt ist.

So bezahlt man an öffentlichen Ladestellen

Für das Bezahlen an Ladestationen gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten:

  • Kunden, die etwa einen Vertrag mit einem der elf Anbieter des BEÖ-Netzes haben, erhalten für das Laden eine RFID-Ladekarte oder App. Durch die Karte oder App erkennt die Säule den Kartenanbieter und übermittelt die Kosten der Ladung dem jeweiligen Anbieter. So können österreichweit die Stationen im gesamten BEÖ-Ladenetz zu den Preisen des gewählten Anbieters genutzt werden.
  • Direct-Payment-Tarife (die meist höher als die Vertragstarife der jeweiligen Anbieter sind) ermöglichen aber auch die direkte Bezahlung über Intercharge an den Ladestationen mittels Bankomatkarte, Kreditkarte oder anderen Zahlungsvarianten.

Mehr Infos zum Zahlen an öffentlichen E-Tankstellen finden Sie unter: "Wie kann man an öffentlichen Ladestationen zahlen".

Wie viele Schnelllader gibt es in Österreich?

Das Umfeld beim Laden eines Elektroautos tickt anders, als wir es vom Tanken konventioneller Fahrzeuge gewohnt sind. Statt Benzin oder Diesel lautet die Frage jetzt: Gleichstrom oder Wechselstrom? Man muss sich mit unterschiedlichen Ladeleistungen und Steckern beschäftigen.

Steckertypen-EMOB

Für das Laden eines Elektroautos gibt es verschiedene Steckertypen.

Wenn das Elektroauto nachts in der Garage oder tagsüber auf dem Firmenparkplatz steht, kann es gemächlich Strom ziehen. Bei einer längeren Urlaubsfahrt kann eine unfreiwillig lange Pause jedoch quälend sein. Die Lenker legen darum großen Wert auf Schnellladesäulen, die Gleichstrom (DC) liefern, und davon möglichst so viel, wie das Auto verträgt.

Die Ladeleistungen an den heimischen Ladestationen:

  • Etwa 20% der Ladepunkte verfügen über eine Ladeleistung von bis zu 11 kW.
  • Etwa 29% der Ladepunkte verfügen über eine Ladeleistung von 11 bis 21 kW.
  • Etwa 38% der Anschlüsse gelten als beschleunigt (22 bis 49 kW), etwa 13% gelten als Schnellladepunkte (ab 50 kW).

Quelle: E-Control (Stand November 2019)

Die Steckertypen an den heimischen Ladestationen:

Typ2
Typ-2-Stecker: Der Typ-2-Stecker ist dreiphasig. Er hat sich als EU-Standard etabliert und findet sich daher an den meisten Ladestationen und Fahrzeugen in Europa. Typ 2 ist für Wechselstrom geeignet.
CCS
Der CCS-Stecker – Combined Charging System – ist die kombinierte, erweiterte Variante des Typ-2-Steckers für Gleichstrom. Der CCS-Stecker besteht aus einem Typ-2-Stecker, der unten zwei zusätzliche Kontakte hat. Er ist im öffentlichen Bereich nur an Schnellladestationen ab 50 kW zu finden, im privaten Bereich sind aber auch Gleichstrom-Ladeboxen mit CCS-Stecker bis zu 25 kW zu finden.
Chademo
CHAdeMO-Stecker: Ein zweites Schnellladesystem, das von einem japanischen Konsortium entwickelt wurde. Die Schnellladung erfolgt via Gleichstrom. Das System lässt Ladeleistungen von maximal 150 kW zu. Dieses System wird in Europa jedoch nicht mehr verbaut, weshalb es nur mehr bei älteren Modellen zu finden ist.

E-Tankstellen: Neue Schnellader für Kärnten

Bereits alle 60 km haben E-Auto-Besitzer in Österreich die Möglichkeit, ihr Elektroauto an einem so genannten Schnellader zu laden. Im Mai 2021 kommen in Kärnten zwei weitere Schnelllader mit 6 Ladepunkten dazu. Denn die Kelag errichtet am Wörthersee-Parkplatz an der Autobahn A2 zwei weitere Schnellladestationen mit einer Leistung von bis zu 300 kW.

Weitere Schnellader betreibt die Kelag bereits an der Südautobahn auf Höhe Völkermarkt und auf der Südrast bei Arnoldstein. Die perfekte Ladeinfrastruktur für alle E-Auto-Besitzer, die auch Ihre Reise in den Süden mit dem Elektroauto antreten wollen: „Die Reise in den Süden kann problemlos elektrisch unternommen werden“, sagt Petra Hofmann, Teamleiterin E-Mobilität bei der Kelag. „Wer länger im sonnigen Süden Österreichs elektrisch unterwegs ist, findet leistungsfähige Ladeinfrastruktur auch in Velden, Villach und Klagenfurt sowie an der Raststation Rosegg.”

Kelag-Icon-Tipp
Sie möchten mehr über das Urlaubfahren mit E-Auto erfahren? Mehr Infos dazu finden Sie unter "Worauf bei einer Urlaubsreise mit dem Elektroauto zu achten ist".

Wie finde ich die nächstgelegene Ladestation?

Wo die nächste Ladestation genau liegt, lässt sich online mit dem E-Tankstellen-Finder der Kelag, über www.ladestellen.at der E-Control oder mit verschiedenen Apps herausfinden – samt Öffnungszeiten, verfügbarer Ladeleistung und vorhandenen Steckertypen. Die Standorte der Ladestationen sind auch bereits in den meisten Navigationsgeräten der Elektroautos auffindbar.

Prognose: Ausbau des Ladenetzes

Österreich zählt zu den Vorreitern beim Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur. Rein rechnerisch teilen sich hierzulande vier E-Autos einen Ladepunkt. Die Empfehlung der EU-Kommission lautet mindestens ein Ladepunkt für zehn E-Fahrzeuge. Für 2030 erwartet eine Studie der Technischen Universität Wien einen Anteil von 26% reiner Elektroautos bei den Neuzulassungen. Bis dahin sollte der Anteil an Elektroautos am Gesamtbestand 11% bei den PKWs – das wären 590.000 E-Autos – und 6,5% bei den leichten Nutzfahrzeugen betragen. Bis 2030 haben die Forscher unter der Leitung von Werner Tober vom Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik den Bedarf in ganz Österreich auf 857.000 Ladestellen geschätzt.

Förderguide E-Mobilität

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