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Elektroauto: Wie kann man an öffentlichen Ladestationen zahlen?

Bezahlen an der E-Ladestation galt als kompliziert. Diese Zeiten sind vor allem dank E-Roaming vorbei, es gibt jedoch einige Unterschiede zum konventionellen Tanken.

Umsteigen von Öl auf Wärmepumpe

Die Zunahme von Elektromobilität und der Ausbau von öffentlichen Ladestationen gehen Hand in Hand. Das österreichische Ladenetz umfasst derzeit rund 5.500 öffentlich zugängliche Ladepunkte – bei Hotels, öffentlichen Plätzen, Autobahnraststätten, Supermärkten und vielen mehr. Bei konventionellen Fahrzeugen sind wir es gewohnt, nach dem Tanken im Shop zu zahlen. Bei der Art, den Ladevorgang zu bezahlen, "tickt" die E-Mobilität jedoch ein bisschen anders.

Welche Möglichkeiten gibt es, an der Ladestation zu zahlen?

Zahlen mit einer RFID-Ladekarte oder Lade-App:

Das Ladenetz des Bundesverbands Elektromobilität Österreich (BEÖ) beinhaltet etwa über 4.000 Ladepunkte, die von elf Energieversorgern (Mitglieder des BEÖ) – darunter auch die KELAG – sowie von Smatrics betrieben werden. Wenn Sie mit einem dieser Unternehmen einen Vertrag abschließen, erhalten Sie fürs öffentliche Laden eine RFID-Ladekarte oder eine Smartphone-App. Damit erkennt die Säule den Kartenanbieter und übermittelt die Kosten der Ladung dem Kartenanbieter, der mit Ihnen abrechnet. So können österreichweit die Stationen im gesamten BEÖ-Ladenetz zu den Preisen des gewählten Anbieters genutzt werden (Stichwort E-Roaming, siehe unten).

Direkt bezahlen:

Nicht jeder lädt sein Elektroauto regelmäßig unterwegs auf und möchte dafür eigens einen Vertrag abschließen. Auch als einmaliger Kunde soll man an der Stromtankstelle versorgt werden. Ein so genanntes „diskriminierungsfreies Laden“ muss laut Vorgaben der Europäischen Union gegeben sein. Anbieter von öffentlichen Ladestationen dürfen nicht nur ihren Vertragskunden Strom liefern. Deshalb kann man an der Ladestation auch direkt bezahlen (Direct Payment): Dies kann über eine Kreditkarte, Bankomatkarte oder einen anderen Zahlungsprovider wie PayPal erfolgen. Dafür benötigt man keinen Dauervertrag mit einem Anbieter, jedoch ein Smartphone mit einem QR-Code-Reader.

Der Vorgang, um bei der direkten Bezahlung den Ladevorgang zu starten: Den QR-Code an der E-Ladestation einscannen, auf der mobilen Website den gewünschten Ladepunkt auswählen, die Zahlungsdaten eingeben, Ladekabel anstecken. Die Kosten werden im Vorfeld angezeigt.

Welche Bezahlmöglichkeiten werden gewünscht?

Das Beratungsunternehmen Capgemini hat in Deutschland 500 Konsumenten nach deren bevorzugter Bezahlvariante beim Laden befragt. Dabei zeigt sich, dass sie den Bezahlvorgang direkt an der Ladestation bewerkstelligen wollen.

  • 26% direkt an der Ladestation mit Kreditkarte oder EC-Karte
  • 24% direkt an der Ladestation mit Smartphone per App
  • 17% direkt an der Ladestation mit Smartphone per NFC
  • 14% direkt an der Ladestation mit Barzahlung
  • 12% direkt an der Ladestation mit RFID-Karte
  • 7% andere Bezahlmöglichkeit

RFID-Ladekarte für das E-Auto: Eine Tarifstruktur wie beim Handy

Entgegen dem herkömmlichen Tanken besteht beim E-Laden über einen fixen Vertragspartner (Zahlen mit einer RFID-Ladekarte oder Lade-App) eine Tarifstruktur ähnlich jener im Mobilfunkbereich. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Angebote, die sich in ihren Preisen und Konditionen stark unterscheiden können.

Die Tarifgestaltung obliegt den einzelnen Anbietern: Es gibt Grundgebühren, Freimengen, freie Ansteckdauern und E-Roaming. Die Grundsätze bei den Tarifen sind vergleichbar mit den Abrechnungsmodellen der Handy-Betreiber:

  • Wenig Grundgebühr, dafür höhere Ladetarife – etwa für Gelegenheitsfahrer oder wenn hauptsächlich zu Hause geladen wird.

  • Eine höhere Grundgebühr, dafür niedrigere Ladetarife – für Vielfahrer, die häufig öffentlich laden.
Kelag Mobility App

Bei vielen öffentlichen Ladestationen kann mittels RFID-Karte oder App bezahlt werden.

Es gibt aber auch so genannte Pauschaltarife: Hier kann die Abrechnung pauschal je Ladevorgang erfolgen (unabhängig von der Ladedauer und der geladenen Energiemenge), oder der Anbieter bietet dem Lenker eine Monatspauschale mit einem fixen Kontingent an kWh und Ladezeit.

Neben den Tarifarten (Vertragstarife, Pauschaltarife und Direct-Payment-Tarife) können auch die Verrechnungseinheiten (von minutengenauer Abrechnung bis zu 30-Minuten-Blöcken) unterschiedlich sein. Die Tarife sind zudem häufig nach Leistung gestaffelt, die über die jeweilige Ladestation bereitgestellt wird. Eine Schnellladung mit 50 kW ist somit teurer als eine Ladung über eine Ladestation mit 11 kW.

Wie wird abgerechnet: Zeit oder kWh?

Beim Haushaltsstrom wird nach der bezogenen Energiemenge abgerechnet. Beim herkömmlichen Tanken ist der Preis je Liter angeschrieben. Bei öffentlichen Ladestationen für die E-Mobilität gibt es hingegen keine einheitliche Form der Verrechnungseinheiten.

Laut BEÖ erfolgt die Verrechnung bei einem überwiegenden Teil der Ladestationsbetreiber pro angefangener Minute. Es zählt die Zeit, in der das Fahrzeug an der Ladestation angesteckt ist. Die Verrechnung endet meistens mit dem Abstecken des Ladekabels (und nicht, wenn die Batterie voll ist) oder durch Beenden des Ladevorgangs über die App.

Welchen Preis für eine kWh der Lenker von Elektrofahrzeugen an einer öffentlichen Ladestation zahlt, ist vorab eigentlich nicht feststellbar. Die reine Ladezeit hängt nämlich auch vom eigenen Fahrzeug und externen Bedingungen ab – wie zum Beispiel dem Ladestand, der Ladekapazität, der Anschlussstärke oder einfach der Außentemperatur. Ein Elektroauto lädt nicht immer gleich schnell.

Warum wird nicht nach kWh abgerechnet?

Laut der Studie der Unternehmensberatung Capgemini ist die bevorzugte Art der Abrechnung energiebasiert. 43% der befragten Lenker von Elektroautos wollen am liebsten nach kWh zahlen. 35% sprechen sich für einen Fixpreis aus, 11 Prozent sind für eine zeitbasierte Variante.

Damit der Strombezug über kWh verrechnet werden kann, braucht es Ladestationen, die entsprechend geeicht sind. "Dazu bräuchte es eine Abbildung der Problematik im Eich- und Messrecht, welches zur aktuellen Stunde eine eichkonforme Abrechnung an Ladestationen noch nicht zulässt", meint die Arbeiterkammer. Ähnlich wie bei einer Zapfsäule für Benzin oder Diesel müsste der Nutzer stets sehen können, wie viel Strom getankt wurde und wie viel dieser kostet.

Das Problem: Es gibt derzeit keine entsprechenden Lösungen für den österreichischen Markt. Ein anderes Argument, das manche Ladestationen-Betreiber kommunizieren: "Eine Abrechnung per kWh würde dazu führen, dass Nutzer übermäßig lange parken und die Lademöglichkeit für weitere Nutzer verhindern."

Was ist E-Roaming beim Ladenetz?

Beim Handy kann man dank Roaming mit nur einer SIM-Karte in diversen Ländern telefonieren – Ähnliches gilt auch für die E-Mobilität. Dank E-Roaming benötigt man im Ladenetz des Bundesverbands Elektromobilität Österreich für die unterschiedlichen Ladesäulenbetreiber nur eine RFID-Ladekarte oder Lade-App. Egal bei welcher Ladestation im Netz des BEÖ Sie Ihr E-Auto laden, es gelten hier immer die Konditionen des Vertrages bei Ihrem Anbieter.

Zu beachten beim Laden im Ausland:

  • Derzeit ist es noch nicht möglich über das BEÖ-Netzwerk im Ausland zu laden.
  • Im Ausland gibt es, genauso wie in Österreich, verschiedene Anbieter und unterschiedliche Tarife.

Was kostet das öffentliche Laden von E-Autos?

Bei öffentlichen Ladestationen sind die Kosten äußerst schwer zu vergleichen. Die Arbeiterkammer hat zu diesem Thema im Jahr 2020 eine Studie durchgeführt und insgesamt 36 unterschiedliche Tarife von 18 Anbietern miteinander verglichen. Demnach liegt der Durchschnittswert der Tarifverträge bei 5,18 Euro pro 100 km Fahrleistung. T

rotz gefallenem Ölpreis während der Coronakrise ist das Laden von elektrisch betriebenen Fahrzeugen damit um rund 50 bis 60 Prozent günstiger als das Tanken eines Benzin- oder Diesel-Fahrzeugs. Die Preisspanne zwischen den unterschiedlichen Tarifarten ist jedoch groß, es lohnt sich zu vergleichen.

Der durchschnittliche Pauschaltarif ist etwa um rund 25 % günstiger als der durchschnittliche Tarifvertrag. Bei allen Vergleichen ist die günstigste Form des Ladens jedoch immer noch das Laden zu Hause mit der eigenen Heimladestation. 

Kelag-Icon-Tipp
Tipp: Sie möchten Ihr E-Auto zukünftig ganz bequem und sicher von zu Hause aus laden? Die Kelag bietet Ihnen ein Rundum-Sorglos-Paket, um Ihnen ein komfortables aber vor allem sicheres Laden daheim zu gewährleisten. Unsere Experten beraten Sie gerne: +43 463 525 9660, von MO bis FR, 8-16 Uhr.

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Fazit

Bezahlen an öffentlichen Ladestationen läuft anders ab als beim herkömmlichen Tanken. Es gibt bei der E-Mobilität einige Anlehnungen an den Handy-Bereich: Abschluss eines Ladevertrags mit einem ausgewählten Anbieter und unterschiedliche Tarifmodelle, die auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Man ist aber nicht verpflichtet, sich vertraglich zu binden, auch die direkte Bezahlung mit Kredit- oder Bankomatkarte an den Ladestationen ist möglich.

Der Zahlvorgang an sich ist einfach, komplizierter ist hingegen die Tarifstruktur der Anbieter. Es gibt Grundgebühren, Freimengen, freie Ansteckdauern und E-Roaming. Die Tarifarten und die Verrechnungseinheiten sind höchst unterschiedlich. Bei Kelag-Autostrom stehen drei unterschiedliche Tarifvarianten zur Verfügung: der Tarif für Gelegenheitsfahrer, der Basistarif und der Tarif für Vielfahrer. Einfach und übersichtlich.

Weitere Informationen finden Sie unter: "Laden unterwegs mit dem Kelag-Autostrom".

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